Diese, von mir nur geringfügig (Design) überarbeiteten, Dateien verdanke ich Herrn OA Dr. C. Jenssen aus dem Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge in Berlin
|
Ärztlicher Aufgabenbereich
|
Pflegerischer Aufgabenbereich
|
|
Indikationsstellung
|
|
Generelle Indikationen:
- Lokoregionäres Staging von Tumoren der Speiseröhre, der Lunge, des Magens, des Rektums und des biliopankreatischen Systems
- Differenzierung submucöser Tumore und von Pelottierungen des Verdauungstraktes
- Lokales Staging flacher Läsionen (Adenome/ Frühkarzinome) vor Mucosektomie
- Differenzialdiagnose der extrahepatischen Cholestase
- Zytologisch - histologische Diagnosesicherung (EUS- FNA) insbesondere von: Tumoren des Pankreas und des distalen
Gallenganges, des Mediastinum, der linken Nebenniere,
von Lymphomen in Nachbarschaft der Hohlorgane des oberen GIT, eventuell auch des Leberhilus und des linken Ausschluss/ Nachweis einer Cholangiolithiasis bei unklarer Sonographie
- Chronische Pankreatitis:
Diagnosesicherung, Graduierung, präinterventionelle anatomische Beurteilung, Ausschluss/ Nachweis portolienale Thrombose, evtl. Pseudozystenpunktion/ -drainage
- Schmerzen wahrscheinlich biliopankreatischen Ursprungs bei unergiebiger VordiagnostikLeberlappens, der Magenwand
Voraussetzungen:
- ausreichende Vordiagnostik (Sonographie, Endoskopie)
- Klärung der therapeutischen Relevanz der möglichen Befunde (insbesondere im TN-Staging)
- Klärung der geeigneten Methodik (Minisonde: bevorzugt bei sehr kleinen Läsionen/ flachen Läsionen sowie bei
Stenosen; Endosonoskop bevorzugt im Staging und zur EUS - FNA)
Differentialindikation:
- bei zwingender therapeutischer Indikation am biliopankreatischen System (z.B. Cholangitis) oder sonographisch klarem Befund (z.B.
Choledochlothiasis) primär ERCP
- Die nicht invasive, aber teure und aufwendige MRCP kommt der Endosonographie nahe in der Diagnostik der Cholangiolithiasis und ist
möglicherweise in Kombination mit der MR-Angiographie Überlegen in der präoperativen Resektabilitätsdiagnostik von biliopankreatischen Tumoren
Kontraindikationen:
- Sehr schwere Gerinnungsstörung (individuelle Abwägung)
- Inkooperativer Patient
|
Patientenbefragung:
- Untersuchungsangst ? (abendliche Prämedikation beim Stationsarzt anregen)
- Probleme bei Vorendoskopien ?
- Allergie-Anamnese ?
|
|
Anmeldung des Patienten
|
- Anmeldung am PC, bei besonderen logistischen Problemen (z.B. Dialysepatient, Vollheparinisierung,
Betreuung, ...) konkrete Absprache mit der Endoskopie
- Gerinnungswerte mitteilen !
- Information über Glaukom (wegen Buscopan in Prämedikation
|
- Termin im PC checken, Terminkollisionen feststellen und mit Stationsarzt besprechen!
- Pflegerische Massnahmen zeitlich mit dem Termin koordinieren
|
|
Aufklärung und Einverständnis
|
- Mindestens am Vortag
- Standardisierter Aufklärungsbogen (perimed)
- Auf patientenspezifische Risiken hinweisen (z.B. erhöhtes Risiko bei Stenosen und Gerinnungsstörung sowie bei Punktion zystischer Läsionen)
- Bitte die diagnostischen und therapeutischen (ERCP, CT; MRCP) Alternativen berücksichtigen und die optimale Untersuchungssequenz im Einzelfall diskutieren
|
- Evtl. Erläuterungen zur pflegerischen Handhabung
- Patientenfragen beantworten
- Patienten beruhigen, Vertrauen schaffen
|
|
Vorbereitung
|
|
Untersuchung des oberen Gastrointestinaltraktes:
- Nüchternphase mindestens 8 Stunden (evtl. früh noch Tee erlauben)
- Bei Untersuchung am späten Vormittag oder Nachmittag bitte Flüssigkeitshaushalt durch Infusion gewährleisten !
- Ggf. Absetzen oder Dosismodifikation von Insulin/ Antidiabetika
- Gewährleistung ausreichender aktueller Gerinnungsparameter im Falle der EUS - FNA (Quick > 50%, PTT < 50 sec, Trcs > 80 GPt/l), Ausnahmen müssen im Einzelfall abgesprochen werden
- PTT- wirksame Heparinisierungen müssen vor Punktion (im Regelfall) etwa 4 Stunden zuvor unterbrochen werden, die
therapeutische Dosierung mit niedermolekularen Heparinen muss am Untersuchungstag im Regelfall unterbrochen bzw. dosisreduziert
werden (bei Hochrisikopatienten z.B. mit Unterschenkelbypässen und künstlichen Herzklappen bitte vorherige Absprache)
- Flexüle möglichst rechter Unterarm
- Antibiotikaprophylaxe nach Absprache bei Risikopatienten (hohes Endokarditisrisiko, z.B.
Herzklappenpatienten) sowie generell bei Punktion zystischer Läsionen
- Evtl. abendliche Sedierung bei aufgeregten Patienten (z.B. Tavor 1 -2 mg)
Rektale Endosonographie:
- Rektoklistier in der Regel eine halbe Stunde vor Untersuchung
- Der Patient mussnicht nüchtern sein!
Minisonden-Endosonographie bei Koloskopie:
- Vorbereitung wie Koloskopie
|
- Ggf. Bei Diabetikern gründliche BZ-Überwachung (reduzierte Insulindosis)
- Patientenakte und Aufklärung/ Einverständnis sowie evtl. CT-Aufnahmen mitgeben
- Rechtzeitigen Transport zur Endoskopie veranlassen
Patientencheck:
- Patient nüchtern ?
- Heparinperfusor rechtzeitig aus ?
- Aufklärung/ Einverständnis/ Akte anbei ?
- Für ausreichende tägliche Flüssigkeitszufuhr gesorgt (Infusion) ?
- Flexüle angelegt ?
- Klistier nicht vergessen !
- Patient darf essen!
- Rektale Spülflüssigkeit klar?
|
|
Nachbetreuung
|
- Lesen des Befundes: Komplikationen? Ablaufbesonderheiten ? Prämedikation? Besondere Hinweise zur
Nachbetreuung? Hinweise zu einem Zweiteingriff ?
- Konkrete Festlegung des überwachungsprotokolls (in der Regel reicht eine klinische Überwachung aus)
- Wenn nichts anderes individuell indiziert ist, darf der Patient bei Nachlassen des Effektes der
Prämedikation sofort essen und trinken
- Ggf. Festlegung der Insulintherapie und BZ-Überwachung
|
- Information über erfolgte Prämedikation
- Bewusstseinslage und Atemsuffizienz des Patienten nach Eingriff einschätzen
- Durchführung der Überwachung
- AvD-Vorstellung bei Atmungsproblemen, Bauchschmerzen, Kreislaufreaktion, Blutung
|
|
Folgemaßnahmen
|
- Entscheidung über endoskopische, invasiv-diagnostische oder operative Folgemaßnahmen (z.B.
Operation; Ausschluß von operativer Therapie; andere Histologiegewinnung)
|
- Folgetermine zwischen Station und Endoskopie koordinieren !
|
Christian Jenssen (EW) 27. 07.2001 (24.07.2001)